Der Danner-Preis 2005

Nach zwei "Gastspielen" in der Oberpfalz (1999 in Regensburg) und in Oberfranken (2002 in Coburg) fanden die Preisverleihung und die Ausstellung des Danner-Preises 2005 wieder einmal am Sitz der Danner-Stiftung in München statt. Das Bayerische Nationalmuseum stellte der Stiftung dankenswerterweise frisch restaurierte Räume zur Verfügung, die für die Ausstellung wie geschaffen sind. Dass dies trotz des gleichzeitig stattfindenden 150-jährigen Jubiläums des Museums möglich war, unterstreicht die traditionell guten Beziehungen des Museums zum zeitgenössischen Kunsthandwerk. Damit fand im Bayerischen Nationalmuseum die Dannerpreis-Ausstellung bereits zum zweiten Mal statt. Das erste Mal konnte die Stiftung im Jubiläumsjahr ihres 70-jährigen Bestehens 1990 in den Räumen des Nationalmuseums ihren Danner-Preis zusammen mit einer Jubiläumspräsentation über "Münchner Schmuck 1900-1940" ausstellen.

Das Interesse der Kunsthandwerker/innen an dem Dannerpreis-Wettbewerb ist unverändert groß. Im Laufe seiner nun schon 21-jährigen Geschichte hat dieser Preis nichts von seiner Attraktivität eingebüßt. An dem Dannerpreis-Wettbewerb 2005 haben sich 236 Kunsthandwerker/innen beteiligt. Das waren etwas mehr Bewerber als beim letzten Wettbewerb 2002. Der Teilnahmerekord der Wettbewerbe 1996 und 1999 von mehr als 300 Bewerbern wurde damit zwar nicht erreicht, doch zeigt die Anzahl der von der internationalen Jury für die Prämierung und Ausstellung ausgewählten Bewerber von 46 einen deutlichen Anstieg der Qualität der eingesandten Arbeiten. Insgesamt konnten sich in diesem Wettbewerb 20 % der Bewerber/innen durchsetzen, während 1996 und 1999 nur rund 10 % von der Jury für auszeichnungswürdig befunden wurden.

Am stärksten vertreten waren wieder die Schmuckkünstler mit 71 Bewerbern, von denen 16 für die Ausstellung ausgewählt wurden. Die Keramiker konnten mit 50 Bewerbern bzw. 10 Ausstellern ihren 2. Rang halten, gefolgt von Textil (28 Bewerber, 5 Aussteller), Gerät (21 Bewerber, 7 Aussteller), Glas (15 Bewerber, 4 Aussteller) und Holz (14 Bewerber, 3 Aussteller). Auch bei diesem Wettbewerb lag das weibliche Geschlecht mit 31 Ausstellerinnen (das sind 2 Drittel) wieder weit vor seinen männlichen Kollegen.

Der Jury (Fotojury und Objektjury) gehörten an:

Am 9. November fand die feierliche Preisverleihung und offizielle Ausstellungseröffnung im Festsaal des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie statt. Die Festveranstaltung wie auch die anschließende Ausstellungsbesichtigung mit Empfang waren sehr gut besucht.

Als Preisträger konnten ausgezeichnet werden:

In der Ausstellung sind neben den Preisträgern folgende Kunsthandwerker/innen vertreten:

Im Katalog "Danner-Preis 2005" (Deutscher Kunstverlag) werden die Preisträger/innen und ausgewählten Aussteller/innen mit ihren Arbeiten ausführlich vorgestellt. Der Katalog bietet damit einen repräsentativen Überblick des aktuellen Schaffens des Kunsthandwerks in Bayern. Kriterien wie Funktionalität, Materialgerechtigkeit, Ästhetik, adäquate Formgebung haben nach wie vor Gültigkeit, doch werden die Grenzen zwischen angewandter und freier Kunst im Kunsthandwerk zunehmend durchlässiger. Experimentelle, zweckfreie Arbeiten setzen sich immer mehr durch.

Die Ausstellung im Bayerischen Nationalmuseum dauert bis 15. Januar 2006. Die Öffnungszeiten sind Dienstag, Mittwoch und Freitag von 11 bis 17 Uhr, Donnerstag von 11 bis 20 Uhr und Samstag, Sonntag und Feiertage von 10 bis 17 Uhr. Montags ist das Museum geschlossen. In die Ausstellungsräume gelangt man über den Museumsladen, wo auch der Katalog zum Vorzugspreis von 39 € erworben werden kann.

Der nächste Dannerpreis-Wettbewerb findet im Jahr 2008 statt.

 

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